Schnecken, Stacheldraht, Straciatella
Gestern Abend traf ich doch tatsächlich gegen Sonnenuntergang diese Schnecke, die sich langsam aber sicher an diesem Graszipfel hinunterschneckte. Posiere konnten sie super. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Danach konnte ich mal wieder dem Stacheldraht nicht widerstehen und als ich doch genug hatte, musste ich auch noch einer Schafsherde folgen. Das war vielleicht eine Sauerei. Schafe können verdammt viele Exkremente auf ihren Wanderungen hinterlassen. Außerdem können die verdammt viel essen. Beim Gehen. Hätte ich vorher nicht gedacht. Später habe ich mir ein Eis geholt. Zwei Kugeln Straciatella im Hörnchen. Ohne Sahne. Sommer.
Die Vorratsdatenspeicherung etc.
Seit ein paar Tagen habe ich endlich meine Facharbeit zurück erhalten. Das gute Stück wurde von meiner Philosophielehrerin mit einer 1 bewertet, was ich natürlich ebenfalls sehr gut finde.
Für jeden, der sich ein wenig mit Kant auskennt: Die Diskussion aus der Sicht Kants ist eher mager geraten, was daran liegt, dass ich zum Zeitpunkt der Abgabe viele der wichtigen Aspekte des kategorischen Imperativs nicht kannte und mit der Anwendung sowieso nicht vertraut war. Kant eigenständig zu erarbeiten ist leider fast Hirntod.
Ein Traum Von Mir
Ich kenne die Gesichter hier, ich sehe sie immer mal wieder. Sei es in der Schule, auf der Straße oder eben an Abenden wie heute. Ich möchte nicht sagen, dass ich die Menschen hinter den Gesichtern kenne. Ich kann nicht einfach über sie nachdenken oder reden und gleichzeitig behaupten, ich wüsste, was in ihnen vorgeht. Ich bin nicht Gott und auch kein großartiger Menschenkenner. Aber immerhin kenne ich diese Leute irgendwoher.
Sie kommen mir bekannt vor. Das ist kein Wunder bei den aktuellen Einwohnerzahlen, die sich irgendwo zwischen 35024 und 35178 inklusive aller Dörfer im Stadtbereich die Klinke in die Hand geben. Da kennt man diese ganzen alternativ gesinnten sonst wie extrovertierten Jugendlichen irgendwie und irgendwo her. Wenn auch nur vom sehen.
Früher waren das die Typen mit den Nietengürteln und die Mädchen mit den zwanzig schwarzen Armbändchen am Arm. Heute haben sie irgendwie mehr Schminke am Start und färben sich die Haare schwarz. Der Unterschied ist nicht groß und die Haare hab ich mir früher ebenfalls einmal schwarz gefärbt. Um sich in pubertärem Selbstmitleid zu baden, hat man anscheinend auch heute noch Stress mit den Eltern, Freunden und Verwandten, damit man sich am Wochenende bei Freunden über etwas beklagen kann. So richtig lautstark und nach dem Motto: Mein Leben ist beschissen.
Ist es nicht. Das wusste man damals, weiß man und sollte nicht vergessen werden. So schnell ist Leben nicht scheiße. Pure Existenz, also Leben, wie kann denn das Scheiße sein? Das ist doch schon ein Widerspruch in sich. Wie kann ich den sagen, dass leben beschissen ist, wenn ich keine Alternative kenne. Guter Gedanke, oder? Zumindest wenn man von dem ganzen spirituellen Quatsch und irgendwelchen Nahtod-Erfahrungen absieht. Hatte man doch eh nie.
Letztendlich scheint die nächste Generation heranwachsender Jugendlicher nicht sonderlich anders zu sein und das beruhigt mich trotz der ganzen Nörgelei und dem dämlichen Gelaber ungemein. Man sollte dererlei Eigenschaften so oder so eher relativieren und unter den Stichworten “Pubertät” und “Selbstfindung” abhaken. Aber warum denke ich eigentlich darüber nach, vergleiche mich mit anderen? So finde ich sicherlich nicht heraus wer ich bin, was ich werde oder sein sollte. Also: Warum denke ich dieses Zeug?
“We’re Just Like Google” - Filesharing im Jahr 2008
Wir erinnern uns ein wenig. Vor etwa drei Monaten, dem 23. Oktober 2007, wurden die Server des größten privaten BitTorrent Trackers für Musik auf unserem Planeten mit dem Namen OiNK in einer Razzia beschlagnahmt und der Admin des Trackers, Alan Ellis, wegen Verdachts auf Betrug und Verletzung von Urheberrechten in Gewahrsam genommen. Zu dieser Zeit waren 180000 User auf dem Tracker registriert und über andere Dimensionen will ich gar nicht erst nachdenken. Hinter der Razzia mit dem Namen “Operation Ark Royal” steckten die Anti Piracy Verbände IFPI und BPI, sowie Interpol mit Unterstützung der britischen und niederländischen Polizei. Trotz allem wurde der OiNK Admin nach einem seiner Ansicht nach eher unterhaltsamen Interview wieder frei gelassen .
Seit diesem Vorfall ist es eher still um den Fall OiNK geworden. Alternativen und neue Tracker mit dem gleichen System wie zuvor der Tracker mit dem Schweinchenlogo waren schnell gefunden. Das Team hinter The Pirate Bay bastelte an einer Alternative, während sich die beiden System mit den Domains waffles.fm und what.cd einen kleinen Konkurrenz kampf darum boten, wer sein Projekt schneller an einen stabilen Start kriegt. Während die neuen Portrale der Startseite des guten alten OiNK sehr ähneln, ist der Inhalt unter der Adresse oink.cd heute sehr minimalistisch.
Das liegt nicht daran, dass die Anti Piracy Verbände weiterhin die Kontrolle über die Startseite haben, sondern wohl eher daran, dass der Prozess um OiNK noch nicht richtig angelaufen ist. Trotzdem soll es vor oder am 4. Februar wieder Neuigkeiten geben. Neben dieser Meldung gibt es einen Link zu der Suchanfrage mit den Begriffen “what to use instead of oink” und einen weitern Link zu einem Artikel auf demonbaby über den Tracker. Warten wir also auf den 4. Februar.
Oder setzen wir uns mit dem einzigartigen Vergleich auseinander, den Alan Ellis im Interview mit dem Daily Telegraph am 25. Oktober aufstellte.
“But I don’t sell music to people, I just direct them to it. If somebody wants to illegally download music they are going to do it whether my site is there or not. [...]
As far as I am aware no-one in Britain has ever been taken to court for running a website like mine. My site is no different to something like Google.
If Google directed someone to a site they can illegally download music they are doing the same as what I have been accused of. I am not making any Oink users break the law. People don’t pay to use the site.” (Telegraph.co.uk)
So bekam der Artikel den Titel “Oink founder: We’re just like Google.” und dieser kleine simple Satz ist phänomenal, dass ich jedes Mal lächeln muss, wenn ich die Blogsearch Funktion bei Google nutze, um Aufschluss über die neusten MP3 Leaks zu bekommen. Es ist nämlich so einfach.
Witzlos
Gestern im Supermarkt, als ein männlicher Kunde im Begriff war seine 10er Packung Bioeier auf dem Thresen der Kasse liegen zu lassen.
Verkäuferin: “Ihre Eier!”
Zuerst realisiert der Kunde den Vorfall nicht wirklich und dreht sich nur behäbig wieder zur Kasse, um seine Eier mitzunehmen. Währendessen stehe ich hinter ihm, beobachte das Schauspiel und versuche den Schweißausbruch auf meiner Stirn zu kontrollieren.
Ich (zu mir selbst): “Nein du lachst jetzt nicht los, das war nicht lustig, lass die Mundwinkel unten, verdammte Scheiße nochmal!!!”
Ich versuche also nicht loszulachen, als der Kunde endlich den Mund aufmacht und das große Buch der gewitzten Antworten auf einen solchen Ausruf völlig ignorant geschlossen hält.
Kunde: “Oh, danke…[murmel]“
Danach dreht er sich wieder um und packt seine Eier zu den übrigen Einkäufen in den Wagen. Viel sagt er nicht mehr, stattdessen zieht er langsam ab.
Verkäuferin: “Klang das jetzt wirklich soo [genuschel] [gekicher]?!”
Diese Frage galt nicht etwa dem Kunden, sondern dem Mitarbeiter, der mittlerweile hinter mir stand und die Situation auch mitbekommen hatte.
Mitarbeiter: “Kein Problem, das schneiden wir raus. Schneiden wir einfach raus. [lacht]“
Verkäuferin: “[lacht] Jajaja…”
Zu dem Zeitpunkt als die beiden den Höhepunkt ihrer Freude erreichen, bin ich auf dem Weg nach draußen. Das nächste Mal lache ich zuerst. Pah!
Damals immer donnerstags…
In den guten alten Zeiten habe ich tatsächlich noch kurze Videos von mir gemacht, wie ich meine Langeweile veranschauliche und über den letzten Unsinn referriere. Zuletzt habe ich sogar versucht Witze zu erzählen, Rätsel aufgestellt oder Zeug über Matheklausuren gelabert.
Einige der Leute, die das hier nun lesen, können sich wahrscheinlich noch an diese Zeit erinnern, sprich: Die Spanne zwischen März 2006 und Februar 2007. Diese Leute haben diese Videos über mein Blog geschaut, aber natürlich konnte seit der Veröffentlichung eines jeden Videos auch jeder stinknormale YouTube Nutzer die Aufzeichnungen betrachten, da ich die Dinger bei nunmal YouTube im danisonfireblog Channel hochgeladen habe. Super duper.
Natürlich habe ich die Benachrichtigungen mitgekriegt. Aber wenn da eine neue Mail von YouTube kam in der Stand das XY mir eine Nachricht geschickt hat, tangierte mich das nicht sonderlich. Allerdings haben sich über die Zeit doch einige Kommentare und Nachrichten angesammelt. Zeit für ein Best of, oder?
Letzte Woche, überall
Seit einer Woche blicke ich bei jeder Sitzung auf dem stillen Örtchen auf die immer gleiche Überschrift aus der Sonntagszeitung, die da lautet: “Merkel folgt Koch”. Ich will hier nun nicht über die Kreativität des Schreiberlings oder so etwas diskutieren, sondern einfach nur die Geschichte zu dieser Überschrift erzählen.
Dass ich immer wieder auf diese Überschrift gucke, sollte eigentlich nicht selbstverständlich sein. Ist es aber. Denn seit dem 2. Januar 2008 haben wir keine Tageszeitung mehr, die täglich bei der morgendlichen Sitzung mit neuen schockenden Nachrichten aus aller Welt assistiert. Die genauen Gründe dafür will ich hier nicht ausführen, aber es ist Tatsache. Und so ist es selbstverständlich, dass man eine Woche lang das dämliche Sonntagsblatt im sogenannten Zeitungskorb sieht. Das ist nämlich alles was man als Zeitung umsonst bekommt, obwohl man beim Anschauen der tausend Werbeblättchen eigentlich schon wieder heulen könnte: Sie wiegen mindestens das doppelte der eigentlichen Zeitung.
Nun unsere allerliebste Bundeskanzlerin folgt also nach einer Woche dem überaus netten Herrn Roland Koch, der Leute wie mich, sprich Jugendliche, am liebsten zu Hauf verknasten will. Wir sind nämlich alle bitterböse, eine Gefahr für die Gesellschaft, unproduktiv und schlicht und einfach unnötig. Zumindest meint er, er wäre dieser Meinung, weil er meint, diese Meinung wäre gut für seinen Wahlkampf in Hessen. Ob das überhaupt funktioniert, ist dabei fraglich, sagt der Spiegel. Das weiß ich, weil ich jetzt den Spiegel Online Feed abonniere, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Unsere Bundeskanzlerin folgt also dem Herrn Koch, der ja in ihrer Partei ist, und sagt sonst nicht allzu viel dazu. Passivität erregt einfach nicht soviel Aufsehen wie extremer Populismus. Ist ja klar. Allerdings ist gerade das, was auf beiden Seiten gepredigt wird, bis man am liebsten kotzen möchte. Seit Wochen grassiert nämlich der reinste Zickenkrieg zwischen unserer großen Koalition, die, anhand der Äußerungen über die Personen aus der jeweiligen anderen Partei, nicht mehr viel mit einer solchen zu tun hat. Durchsuche ich das Archiv meines Feeds, sehe ich in etwa folgendes:
Koch lästert ein wenig über Beck und bollert mit Phrasengedresche um sich, SPD Spitze attackiert Koch, Von der Leyen findet Kochs Vorschläge nicht schlecht, Beck: Rechtspopulismus, die CSU drischt richtig mit, SPD und Grüne sind zickig ohne Ende, Schröder dreht auf, CSU dreht erst richtig auf, Koch hat einen Plan B, die CSU und das Prügel-Plakat, Koch pupst Schröder an, Schily will auch nochmal usw.
Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt an dem selbst Kinder in den Knast sollen. Meine Meinung zu dem ganzen Spektakel habe ich eigentlich hier schonmal andeuten lassen. Vorgestern las ich neben den Artikeln bei Nerdcore und Spreeblick zum Thema auch einen Text beim Café Morgenland über den Stein, der alles ins Rollen brachte: Die Vorkomnisse zwischen den beiden “Jugendlichen mit Migrationshintergrund” Serkan und Spyros und dem 76-jährigen pensionierten Lehrer am 20. Dezember in der Münchener U-Bahn. Viel eher wird aber noch über die Schicksale und Hintergründe von einem typischen “Jugendlichen mit Migrationshintergrund” am Beispiel von Serkan berichtet.


