Rapidshare? Hä?!

Wir kennen das (ja, vielleicht auch nicht): Es wird über eine die neuste Folge einer Serie, wie z.B. Family Guy oder Scrubs in Forum XY diskutiert und irgendjemand postet einfach ein paar Links zu irgendwelchen Dateien. Wenn man drauf klickt, sieht man meist erst die Seite eines Dienstes zur Anonymisierung des Links, aber letztendlich landet man doch bei einer Seite von Rapidshare, Uploaded.to, Netload, Filefactory oder einem beliebigen anderen Ein-Klick-Hoster.

Rapidshare ist laut Alexa mittlerweile auf Platz 11 der am meisten aufgerufenen Seiten im Netz. Bei einem Uploadlimit von 100 MB pro Datei, Wartezeiten für Downloadtickets und ebenso Wartezeit in Dimensionen von 5 bis 210 Minuten nach jedem Download (je nach Volumen) ist das sehr beachtlich. Natürlich gibt es auch sogenannte Premium Accounts, genau genommen gibt es diese ab 4,50 € für 48 Stunden bis 54,99 € pro Jahr Zugang auf alle Uploads. Zwar entfallen die Wartezeiten, man kann mehrere Dateien gleichzeitig herunterladen, abgebrochene Downloads fortführen und so weiter, dennoch gibt es ein Limit von 25 GB Downloadvolumen auf fünf Tage. Das sollte akzeptabel sein. Besonders, wenn die Dateien nicht größer als 100 MB sind, aber auf Nachfrage würden viele Leute sicherlich anderes antworten.

Denn natürlich befinden sich auf den 4 Petabyte im schweizerischen Rechenzentrum nicht nur die hübsch im .rar Archiv verpackten Urlaubsfotos aus dem letzten Dom. Rep. Besuch oder irgendwelche Word-Dokumente. Für derartiges zahlt sicherlich auch niemand bis zu 55€.
Nein, auf diesen Servern liegen Unmengen von höchst pikantem Zeug: Warez, Gamez, Musik, E-Books, sowie natürlich Serien und Filme. Diese werden einfach in verschiedene Teile eines großen .rar Archives unterteilt und wenn man alle Teile heruntergeladen hat, öffnet man einfach das erste Archiv und extrahiert die enthaltene/n Datei/en auf die Festplatte. Schon hat man den gesamten Inhalt bei sich zu Hause.

Für den normalen User ist es aber extrem umständlich und zeitaufwendig z.B. 3 bis 4 Teilarchive (für z.B. einen Rip einer stinknormalen Folge Scrubs) hintereinander mit Pausen von über drei Stunden herunterzuladen. Die offensichtliche Lösung, die sich nun jedem User mit ein wenig Ahnung offenbart, ist ein einfache Wiederverbindung, wodurch man eine neue IP bekommt. Mit dieser weiß Rapidshare nämlich nicht mehr, dass man gerade eben schon mal da war. Schön und gut.
Aber genau genommen ist sogar das umständlich. Denn wenn man nicht weiß wie man einen Reconnect per Software bewerkstelligt, rennt man jedes Mal zum Router oder Modem um es ein und auszuschalten. Das kann schnell einige Minuten dauern.
Sehr genaugenommen ist auch die Softwarelösung umständlich. Nach jedem neuen Download auf eine Batch Datei für Programme wie RouterControl (die man natürlich vorher auch erstmal konfigurieren muss) zu klicken oder eine andere Software (AVM bietet z.B. Clientsoftware für Nutzer mit Fritz!Box Routern oder Modems, die sowas kann, an) anwählen? Umständlich, ja…

Also, wie lade ich richtig bei Rapidshare herunter?
Wie nutze ich den Dienst für lau?

Die Antwort ist leichter als man denkt.

Denn ungefähr diesen Gedankengang haben sich vor mir schon einige andere Leute gemacht. Dabei entstanden sind Tools wie CryptLoad, RSD, USD oder MSD (funktioniert nur für Premium User), allesamt automatisierte Downloadmanager für Rapidshare und eventuell auch andere Dienste. Die Links werden einkopiert und dann nacheinander abgearbeitet. Zwischendurch gibt es immer wieder einen kurzen Reconnect, der oft nicht länger als 2 Sekunden dauert. Dazu gibt es die passenden Seiten, die bis vor ein paar Tagen oft die Domainendung dl.am als gemeinsamen Nenner hatten. Warum das nicht mehr so ist, ist hier herauszufinden. Was es dort alles gibt? Eigentlich alles. Serien, Filme, Warez und so weiter und sofort. Immer wieder unterteilt in Teilarchive. Bei einem kompletten DVD Image können das dann schon bis zu 48 Links zu 100 MB Teilarchiven auf den Rapidshare Servern sein.

Eine Anmeldung im gulli.com Board reicht völlig aus um auf die Bereiche für “Ein-Klick-Hoster Tools” und “Ein-Klick-Hoster Fragen und Probleme” zuzugreifen. Da Nutzer des Boards selbst die Programmieer hinter Tools wie RSD (RapidShare Downloader) oder USD (Universal Share Downloader) sind, ist der direkte Support gewährleistet. So gibt es mittlerweile auch übersichtliche FAQ Threads für das wohl verbreitetste Tool Cryptload, RSD, USD und verschiedene Möglichkeiten für Reconnects. Somit empfehle ich eigentlich eine Anmeldung im Board, wenn Interesse am Zugriff besteht.

Ich persönlich empfehle dabei eindeutig das RSD Tool.
Es lässt sich zwar schnell sagen, dass die Tools im allgemeinen nicht allzu viele Unterschiede aufweisen. Cryptload benutzt bei Bedarf Containerdateien (.ccf), in die bei Bedarf die Links zu Rapidshare verschlüsselt gespeichert werden, und RSD tut dies ebenso (.rsdf). Teilweise gibt es schon Portale die allein diese Dateien anbieten, so z.B. Cryptload-Only. Für Nutzer, die sich nicht auf Rapidshare fixieren wollen gibt es auch den USD, der auch Zugriff auf ca. 150 andere Seiten bietet. Das Tool schient für den alleinigen Zugriff auf Rapidshare die idealste Lösung zu sein.

Die letzte Frage, die sich nun stellt, ist wahrscheinlich in etwa die: Woher bekomme ich nun aber die Links?

Auch hier ist die Antwort eher einfach. Denn es gibt in solchen Kreisen immer wieder Toplisten, wie die Gulli Toplist, Cyonix.to oder Toplisted.in auf denen die Seiten natürlich gelistet sind. Addiert man die verschiedenen Links aus Blogsidebars, Foren oder sonstigen Listen dazu gewinnt man schnell den Überblick über die Szene (nicht zu verwechseln mit der Scene)…

Als Fazit lässt sich sagen, dass das Herunterladen bei solchen Filehostern mithilfe der genannten Tools sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Natürlich hat man fast immer eine “Topspeed” beim Download, schnellen Zugriff auf die Links und unter Umständen auch mehr Sicherheit (solange der Filehoster keine IP Adressen an andere verteilt). Doch die Nachteile sind existent, denn bei vielen Routern gbt es schnell Probleme, VOIP ist schwer kaum möglich bei gleichzeitigem Download und z.B. ein kostantes gespräch via ICQ ist auch nicht drin. Vergleicht man diese Nachteile mit denen der Nutzung von Torrents oder Netzwerken wie das von Soulseek kommt man letztendlich immer auf die gleiche Frage zurück: Bei allen Vor- und Nachteilen, bin ich bereit das Risiko einzugehen?!

Geschrieben von dan in am 29. November 2007 um 23:08 Uhr

  1. Schöne Zusammenfassung. Nicht, dass ich nicht schon das meiste davon kannte (ich nutze FritzRenew), aber gut zusammengetragen. Und um Urlaubsvideos und Freeware runterzuladen allemal besser und sicherer als die (bisher) üblichen Verdächtigen. :)

    Dirk am 29. November 2007 um 07:37 Uhr
  2. [...] ist dieser Rapidshare Artikel Schuld. Scheiße, jetzt hab ich es schon wieder gesagt. Da kommen jetzt bestimmt noch mehr [...]

    Joogle und de Jecken… | DNSNFR am 5. Dezember 2007 um 00:44 Uhr

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