Zum zweiten Mal in zwei Tagen…
… ist das Filmrätselstöckchen nun zu Gast. Dieses Mal kommt es von Thomas angeflogen. Also auf gehts!
[update: Die Lösung ist die "The Lookout" oder "Die Regeln der Gewalt"]

“Ist mir egal”
Eine kurze Phrase, drei Worte und kaum ein Satz. Das Es verschluckt. Worte in leerer Hülle. Tag ein, Tag aus, benutzt du sie. Verschluckst das Es am Anfang, zuckst danach vielleicht noch mit den Schultern. In deinem Kopf ist die standartiserte Antwort auf alle Fragen des Alltags: “Ist mir egal.” Mit verschlucktem Es.
Verb, Pronomen, egal.
Es ist dir unwichtig, um was es geht. Es soll dich nicht kümmern. Konfrontation, mit der Situation, mit dir selbst, mit einer Entscheidung, mit Verantwortung? Niemals! Du gehst der Entscheidung aus dem Weg, die Flucht durch die Mitte. Lieber schnell weg hier! Lauf! Bevor jemand kommt und dich zwingt, zwingt etwas zu sagen. Andere machen das schon, sie stehen dafür gerade. Du willst nichts damit zu tun haben. Womit? Du erwähnst es nicht einmal mehr. Das Es ist egal.
Es ist so: Du willst dich raus halten. Ist, ist die Bestätigung, die Zusage zur Neutralität, zur nicht vorhandenen Meinung. Und gleichzeitig meint es: Du bist gar nicht da. Du bist nicht in dieser Situation, du bist nicht, du entscheidest nicht, du verantwortest nicht. Du bist nicht da. Du bist, bist, bist einfach nicht. Du willst nicht sein, nicht in diesem Moment. Du bist dir egal.
Es ist so: Du bist gefragt, es geht um dich, unausweichlich. Und dir, gerade dir, ist es egal. Keine Meinung, keine Tendenz, kein Interesse. Du bist nicht vorhanden, wenn es darum geht. Wenn du gefragt wirst, ist deine Antwort nicht da. Du bist nicht da. Du bist dir egal.
Egal ist vieles. Egal ist gleich, gleichgültig, eben und fortwährend. Für dich ist es dein ganzes Leben. Dein Leben ist “Ist mir egal.” Mit jedem einzelnen Wort, jeder Silbe dieser verkürzten Phrase flüchtest du vor der Entscheidung, vor den Folgen, vor der Zukunft. Du versuchst dich in die Surrealität zu retten, indem du dir einbildest es wäre dir egal. Du imitierst die absolute Gleichgültigkeit um weiterhin stumm zu bleiben. Du wünschest es wäre wirklich so. Es ist dein Traum. Aber du weißt, dass es nicht so ist. Stattdessen hast du immer eine Meinung, denkst ewig mit, hast ständig Tendenzen.
Lieber Mayo anstatt von Ketchup, lieber Pils statt Kölsch, Nutella statt Nusspli, leise, nicht laut.
Deine Angst: Was ist, wenn ich heute keine Lust auf Mayonnaise habe? Deine Angst vor der Folge, vor der Zukunft. Deine Angst vor der falschen Entscheidung, vor der Verantwortung. Deine Angst vor dir selbst, dein fehlendes Vertrauen in dich.
All das, genau das findest du zum Kotzen. Es kotzt dich an, es bringt dich langsam und gemächlich um. Jedes Mal, wenn die Phrase in deinem Kopf auftaucht, schmerzt es. Jedes Mal, wenn du es sagst, mit verschlucktem Es und dem grässlichen Schulterzucken, würdest du es am liebsten wieder rückgängig machen. Aus dem Verlauf löschen, vernichten und am besten aus dem Wortschatz streichen. Nur dieses eine Wort komplett vergessen und Stellung beziehen, Meinung haben und äußern. Scheiß auf egal. Scheiß auf Gleichgültigkeit.
Egal gibt es nicht.
Rapidshare? Hä?!
Wir kennen das (ja, vielleicht auch nicht): Es wird über eine die neuste Folge einer Serie, wie z.B. Family Guy oder Scrubs in Forum XY diskutiert und irgendjemand postet einfach ein paar Links zu irgendwelchen Dateien. Wenn man drauf klickt, sieht man meist erst die Seite eines Dienstes zur Anonymisierung des Links, aber letztendlich landet man doch bei einer Seite von Rapidshare, Uploaded.to, Netload, Filefactory oder einem beliebigen anderen Ein-Klick-Hoster.
Rapidshare ist laut Alexa mittlerweile auf Platz 11 der am meisten aufgerufenen Seiten im Netz. Bei einem Uploadlimit von 100 MB pro Datei, Wartezeiten für Downloadtickets und ebenso Wartezeit in Dimensionen von 5 bis 210 Minuten nach jedem Download (je nach Volumen) ist das sehr beachtlich. Natürlich gibt es auch sogenannte Premium Accounts, genau genommen gibt es diese ab 4,50 € für 48 Stunden bis 54,99 € pro Jahr Zugang auf alle Uploads. Zwar entfallen die Wartezeiten, man kann mehrere Dateien gleichzeitig herunterladen, abgebrochene Downloads fortführen und so weiter, dennoch gibt es ein Limit von 25 GB Downloadvolumen auf fünf Tage. Das sollte akzeptabel sein. Besonders, wenn die Dateien nicht größer als 100 MB sind, aber auf Nachfrage würden viele Leute sicherlich anderes antworten.
Bitte mehr!
So 1999
Letztens blieben wir noch bei Viva hängen, da gerade Mr. Oizo mit dem “Flat Beat” lief. Kurz eingehört und schon wieder kräftig mit dem Flat Eric gebangt. Zumindest auf der Couch. Direkt danach kamen Outkast mit “Ms. Jackson”. Hab ich sogar noch als Maxi CD. Top Notch!
Videos gibts nach dem Klick :)
Heima
Für denjenigen der von diesem Trailer nicht beeindruckt ist, habe ich kein Verständnis! Mehr Informationen en masse.
Mein Supermarkt

Vor drei Stunden war ich drüben in meinem Stammsupermarkt, um mich für den restlichen Abend zu verpflegen. Ja, ich wohne mittlerweile seit fast drei Jahren gegenüber einer Penny Filiale und was soll ich sagen? Es ist göttlich.
Vor einer Woche waren Ju und ich ebenfalls kurz drüben, um neuen Gouda und ein paar Ananas Scheiben für atemberaubende Toast Hawaii a la Sandwichtoaster zu besorgen. Im Gang mit den Süßigkeiten, der direkt vor der Ecke mit den gekühlten Milchprodukten liegt -Ja, ich kenne mich dort sehr gut aus- tuschelten zwei Jungs, während sie das Süßigkeitenregal und ihren Geldstand sehr genau überprüften. Im Vorbeigehen sagte Ju die beiden würden so aussehen als würden sie gleich den nächstbesten Schokoriegel klauen wollen. Ich kicherte. Die Jungs, wohl nicht älter als 13 und typisch für das angrenzende Viertel mit gefaketem New Era Cap, dezenten Baggy Jeans und komischen Musterpulli bewaffnet, versuchten uns einfach nicht zu beachten. Ganz schön schwer, wenn abends um 19:00 Uhr schon nicht mehr soviel los ist.
Anscheinend sind die Rabauken auch deswegen dem Mitarbeiter um die 25 aufgefallen, der die beiden bat doch “noch ein Mal zurück zu kommen”, während sie schon vorne bei der Kassiererin standen. Ju und ich standen an der nächsten Kasse und erfreuten uns schon eines illustren klein kriminellen Spektakels als der ältere Junge mit dem dunklen Cap nur kurz zurück blickte, seinem Kumpel so etwas wie “Lauf” entgegen rief und dabei schon fast aus der Ladentür gestürzt war. Sein Kumpel reagierte kurz und stand noch einen Moment an der Kasse bevor er anfing zu laufen. Und wie die beiden liefen…
Aber ich laufe auch. Nachdem ich Ananasscheiben in Dose und Gouda am Stück auf das Fließband vor mir werfe, renne ich ebenfalls los. Normalerwiese überhaupt nicht meine Art, aber in dem Moment hielt ich “einfach Zugucken” für eine ziemlich beschissene Alternative. Außerdem konnten die Jungs von mir aus im Schlecker ein paar Straßen weiter klauen, aber nicht in meinem Penny Markt. Da ist Schluss und ‘ne Runde Anpfiff von Mama nötig.
So laufen also die zwei Jungs und ich hinterher aus der Filiale in den dunklen Herbstabend hinaus. Auf dem Parkplatz ist ebenfalls nichts mehr los und meine Ziele hechten die direkt die Straße hinauf in Richtung der Grundschule. Ich versuche noch einen Zahn zuzulegen um besser aufzuholen, schaffe das auch, aber entweder sie machen das nicht zum ersten Mal, haben schon Haare am Sack oder kommen durch das letzte Killerspiel auf die Idee sich zu trennen. Ich entscheide mich für den älteren Typen, während der jüngere schon auf der anderen Straßenseite fast bei der nächsten Kreuzung schaffe ich es fast mein Objekt zu erreichen bis der Typ doch tatsächlich durch ein Scheissloch in einer Scheisshecke springt und im Vorgarten eines der von der Straße nicht einsehbaren Familienhäuser ist. Währenddessen laufe ich weiter bis zur Einfahrt, biege um die Ecke und vernehme die letzten Schritte. Anscheinend ist er im Garten des Hauses und auf Herumtollerei in absolut fremden Gefilden ist nicht wirklich mein Ding.
Ich imitiere zuerst einen Abgang und schaue ob der Junge wieder herauskommt, aber nach 2 Minuten Wartezeit: Fehlanzeige. Also kehre ich mit leeren Händen zurück in den Supermarkt und verfluche innerlich die lächerliche Rennerei. Ist eigentlich eh nicht mein Ding und dann lohnt es sich am Ende nicht mal. Stattdessen ist die Ananaskonserve verbeult und wir kriegen nicht mal Rabatt auf den Einkauf.
Wie schon erwähnt war ich heute allerdings schon wieder drüben und nun ratet mal wer mir begegnet ist. Nein, nicht der dämliche Mitarbeiter, der erst seine Chefin noch dazu bewegen wollte mit zu laufen. Nein, nein, auf Fahrradständer vor der Filiale wartet der Junge, der so filmreif “Lauf!” sagte. Er wartet. Naja, nach so einer Aktion würde ich auch nicht so schnell wieder zurück in die Höhle des Löwen kehren. Da würde ich auch lieber draufen auf Mama warten. Und während ich gemächlichen Schrittes zur Tür gehe, versucht er penetrant weg zu schauen. Ich gucke ihn stattdessen an, lächle über beide Ohren und beobachte wie die Röte in seinem Gesicht immer mehr Magentatöne entwickelt. Ein herrlicher Moment, irgendwie…




